Australier
Sitten und Gebräuche der Australier
In Australien haben es Besucher mit teils ungewöhnlichen Sitten und Gebräuchen zu tun, die in Europa kaum existieren. Nach längerem Aufenthalt findet man jedoch schnell heraus, worauf es in Down Under ankommt. Die Menschen sind lieber drinnen als draußen, vernachlässigen lieber ihre Arbeit als ihre Freizeit und sind Fremden gegenüber sehr offen und aufgeschlossen eingestellt.
Australier nehmen Neuankömmlinge schnell in ihrer Gemeinschaft auf. Die meisten Einwohner sind ebenfalls nicht von hier und erinnern sich oft an die Zeit ihrer Ankunft auf dem fünften Kontinent zurück. Egal ob im Privat- oder Geschäftsleben sprechen die Menschen einander mit dem Vornamen an und sehen das Gegenüber als gleichwertig. Steile Hierarchien sind in australischen Unternehmen weniger beliebt.
Die meisten Australier arbeiten nicht länger als 35 Stunden pro Woche. Ihr Motto lautet nicht „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen!“, sondern „Was du auch morgen machen kannst, solltest du niemals heute tun!“. Nachdem Arbeitstag schnappen sie sich am liebsten ihr Surfboard und genießen die letzten Sonnenstrahlen am Strand. Viele Australier lieben es auszugehen und sich mit Freunden auch während der Woche zu verabreden.
Wenn sich ein Freundeskreis im Pub trifft, gibt immer einer der Anwesenden den anderen eine Runde aus. Das abwechselnde Zahlen nennt sich „shouting“, da man früher laut werden musste, um die Aufmerksamkeit des Barmanns zu erhalten. Wer sich verdrückt, ohne eine Runde zu spendieren, ist seinen Ruf los. Im Pub wird größtenteils Bier vom Fass getrunken. Wenn sich Freunde gegenseitig besuchen, nehmen sie meist einen Karton Bier mit.
Wer in Australier zu einem etwas „edleren Anlass“ eingeladen wird, sollte eine Flasche Wein als Geschenk für den Gastgeber mitbringen. Der Wein sollte mehr als 15 Dollar kosten und nicht in einem Karton verpackt sein. Günstige Weine sind in Bottleshops oft nicht in Flaschen, sondern in Pappkartons zu haben. Wer bei seinem Gastgeber Eindruck schinden möchte, sollte einen Wein aus dem Barossa Valley (South Australia), Hunter Valley (New South Wales) oder aus Tasmanien wählen.
Australier laden oft und aus unterschiedlichen Anlässen zu Partys. Hier empfiehlt sich als Gastgeschenk ebenfalls eine Flasche Wein oder ein selbstgemachtes beziehungsweise gekauftes Dessert. Wer zu einer Party eingeladen wird, sollte die Einladung sobald wie möglich erwidern. Wenn der Gastgeber zu einem Barbecue einlädt, müssen die Gäste normalerweise kein Fleisch mitbringen. Wer sich jedoch unsicher ist, sollte lieber höflich nachfragen. Die Antwort ist wahrscheinlich: „No worries, mate!“.
Barbecues werden jedoch nicht nur zuhause im eigenen Garten veranstaltet, Australier verfügen meist über kleine tragbare Griller, die sie zum Strand oder Camping mitnehmen können. Offene Feuer sind aufgrund der Buschfeuergefahr fast überall untersagt, daher benutzen die Aussies entweder ihre eigenen, oder die von der Regierung bereitgestellten Barbecues an den Stränden und in Parks. Zu den Barbecues am Strand kommen neben Familienmitgliedern oft auch Freunde und Bekannte.
In Australien gibt es sehr viele Freizeitclubs. Einige davon gehören zu RSL, einem Verband von Kriegsveteranen. Täglich um 18 Uhr wird in den RSL Club zum Andenken an verstorbene Kameraden eine Schweigeminute eingelegt. Besucher, die sich zu dieser Zeit im Club befinden, müssen sich richtig Westen drehen und still verhalten. Das Militär in Australien verfügt sogar über einen eigenen Feiertag, den ANZAC Day im April. An diesem Tag werden in allen Großstädten Australiens Paraden zu Ehren des Militärs abgehalten.

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